Die größte Errungenschaft dieses letzten halben Jahres war für mich sicherlich, endlich den Bankeinzug für meine hiesige Telefonrechnung organisiert bekommen zu haben. Das ist gar nicht so einfach. Das Verfahren dazu sieht in der Regel so aus, dass man einen solchen Einzug einrichtet und danach feststellt, dass nichts funktioniert. Dann wandert man ein paar Monate zwischen dem O2-Laden und der Sparkasse hin und her, die sich immer gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben. Am Ende macht man das, was sowohl O2 und Sparkasse machen: Einfach randomisiert ein paar Nummerkombinationen der aktuellen Mahnung in ein kryptisches Online-Banking-Formular eintippen, und Heureka! alles flutscht. Sehr schön.
Ich habe mir daraufhin ein paar Wochen lang selbst die Schulter wundgeklopft, bis mich dann letzte Woche die Einwanderungsbehörde erwischte. Mit einem Einschreiben, das mindestens so kryptisch ist wie die Androhung einer Wohnungspfändung durch die Telefongesellschaft. Aber mit einem schöneren Einschreibeumschlag. Offensichtlich verlangt es der Fremdenpolizei nach einem Beleg, dass ich tatsächlich hier bin, und nicht nur hier herumlaufe und so tue, als ob ich hier wäre. Das ist meines Erachtens zwar komplett überflüssig, aber es reicht nun aus, wenn ich dort ein ebenfalls überflüssiges Schreiben abliefere, so hat dann alles seine Richtigkeit.
Wenn es jetzt nicht ausdrücklich verboten wäre, Ziegen zu treten, dann würde ich das ja glatt machen. So muss ich mir ein anderes Ventil für meine Verzweiflung suchen.
Ich könnte es ja einmal mit experimenteller Musik versuchen, wie die Personen weiter unten, dann würde ich allerdings definitiv Probleme mit meinem Wohnsitz hier bekommen.
Das sieht übrigens nur aus wie eine bekloppte Metalband, deren Geräuschpult-Dame und Teilzeitsängerin sich manchmal eine pink lackierte Posaune auf den Kopf setzt. In Wirklichkeit macht sie das dauernd. Das Ganze nennt sich dann Pražský výběr II. (Prager Zweite Auswahl), und ist hier in der Gegend seit langer Zeit bekannt für einen Sound, der zwischen Depeche Mode, Sepultura und Einstürzende Neubauten schwankt. Das Ganze klang sehr lustig, und ich hatte auch noch den ganzen Abend Freude daran, weil das Konzert nicht allzu weit von meiner Wohnung stattgefunden hat.
Ond älles ommasuuschd!
Ich habe mir daraufhin ein paar Wochen lang selbst die Schulter wundgeklopft, bis mich dann letzte Woche die Einwanderungsbehörde erwischte. Mit einem Einschreiben, das mindestens so kryptisch ist wie die Androhung einer Wohnungspfändung durch die Telefongesellschaft. Aber mit einem schöneren Einschreibeumschlag. Offensichtlich verlangt es der Fremdenpolizei nach einem Beleg, dass ich tatsächlich hier bin, und nicht nur hier herumlaufe und so tue, als ob ich hier wäre. Das ist meines Erachtens zwar komplett überflüssig, aber es reicht nun aus, wenn ich dort ein ebenfalls überflüssiges Schreiben abliefere, so hat dann alles seine Richtigkeit.
Wenn es jetzt nicht ausdrücklich verboten wäre, Ziegen zu treten, dann würde ich das ja glatt machen. So muss ich mir ein anderes Ventil für meine Verzweiflung suchen.
Ich könnte es ja einmal mit experimenteller Musik versuchen, wie die Personen weiter unten, dann würde ich allerdings definitiv Probleme mit meinem Wohnsitz hier bekommen.
Das sieht übrigens nur aus wie eine bekloppte Metalband, deren Geräuschpult-Dame und Teilzeitsängerin sich manchmal eine pink lackierte Posaune auf den Kopf setzt. In Wirklichkeit macht sie das dauernd. Das Ganze nennt sich dann Pražský výběr II. (Prager Zweite Auswahl), und ist hier in der Gegend seit langer Zeit bekannt für einen Sound, der zwischen Depeche Mode, Sepultura und Einstürzende Neubauten schwankt. Das Ganze klang sehr lustig, und ich hatte auch noch den ganzen Abend Freude daran, weil das Konzert nicht allzu weit von meiner Wohnung stattgefunden hat.Ond älles ommasuuschd!

2 Comments:
Ach du Glücklicher: Hier den Behörden ein Schnippchen geschlagen, dort ein ummasuuschdes Konzert genossen, in Tschechien zu sein, ohne dort zu sein... so macht das Leben doch Freude.
Aber untersteh dich, Ziegen nach zu laufen, denn dieses verbietet m.E. das dargestellte Plakat und nicht das Ziegentreten. Ziegentreten wäre ja harmlos und keines Verbots würdig: "Meck und nur noch ein Fleck im Dreck!" Aber den gehörnten Viechern zu folgen, sie gar zu verfolgen, wäre Zickenstalking, und das ist nur noch bei Bier und Blasmusik erlaubt!
Merk's dir und bleib unauffällig!
ah, wunderbar! man meint, dunkel erahnen zu können, was den guten kafka franz neben der lungentuberkulose und ein paar lockeren schrauben dazu inspiriert hat, den prozess zu schreiben.
a propos - wie sieht es mit der kerbtierhaftigkeit deiner nachbarn aus? kommen da ab und an komische geräusche aus der nachbarwohnung, liegen abgelegte chitinpanzer in xxl im hof bzw. holt morgens immer eine zwei meter große stabheuschrecke leckere hörnchen beim bäcker um die ecke? oder hast du gar selber schon die aushärtung deiner klamotten bemerkt (wobei das auch am guten tschechischen persil-ersatz liegen könnte)?
fragt interessiert der alte entomologe und böhmenfreund vystupanastup
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