Mittwoch, Juli 15, 2009

Ich könnte diesen Eintrag ja einmal mehr mit der üblichen Entschuldigung beginnen und beteuern, dass ich mich ändern werde und so weiter, aber das wäre ja langweilig auf Dauer. Will ja niemand.
Wobei es einem ja dann doch unangenehm ist.
Um das alles wieder ein wenig gut zu machen, habe ich mich entschlossen, hier nur Bilder von verschiedenen Sachen zum Essen zuversammeln, weil Essen immer gute Laune macht. Wenn es denn gut gewählt ist!
Zum Beispiel hier der erste Kandidat, die Tomatennudel mit lecker Wurstgulasch, die ein armer Mensch übriggelassen hat. Zumindest trafen wir das arme Schälchen einsam und allein auf einem leeren Tisch an. Es war leider schon abgekühlt.

Bei Interesse übrigens einfach melden, ich schicke das Foto dann in großer Auflösung, dann kann man eine appetitanregende Fototapete draus machen. das ist wichtig in Zeiten wie diesen, wo man immer so individuelle Dinge machen muss. Und, meiner Erfahrung nach, sind gerade solche genereschen Tütennudeln ein großartiges Alleinstellungsmerkmal.

Zurück daheim war es natürlich wichtig, die Nudeln zu vergessen, ansonsten würde eine lebenslange Essensstörung drohen. Und wenn man schon einen Sicomatic hat (ähnlich wie dieser hier: KLICKMICH!, nur zum Glück nicht in Crazy Yellow), dann macht man einfach leckere Rolladen. Die dauern da drinnen nur ein paar Minuten, und ZACK, steht was Leckeres auf dem Tisch.
Nur doof, wenn man am Ende der ganzen Vorbereitungen merkt, dass man weder Rouladennadeln (das bitte drei Mal schnell sprechen) noch Zahnstocher noch irgendwas im Haus hat.

War hinterher auch ganz lecker.
Das nächste Bild möchte ich lieber nicht kommentieren, aber es gibt dieses Rezept auch wo anders (z. B. hier)!

Es ist aber wirklich sehr lecker am Ende, wenn man ein wenig Rosmarin mit dranne macht. Und die Marinade nicht vergessen!

Ach so, ja, und am Ende dann das Versprechen, dass ich mich hier in Zukunft öfters melde!

Mittwoch, Mai 06, 2009

Die größte Errungenschaft dieses letzten halben Jahres war für mich sicherlich, endlich den Bankeinzug für meine hiesige Telefonrechnung organisiert bekommen zu haben. Das ist gar nicht so einfach. Das Verfahren dazu sieht in der Regel so aus, dass man einen solchen Einzug einrichtet und danach feststellt, dass nichts funktioniert. Dann wandert man ein paar Monate zwischen dem O2-Laden und der Sparkasse hin und her, die sich immer gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben. Am Ende macht man das, was sowohl O2 und Sparkasse machen: Einfach randomisiert ein paar Nummerkombinationen der aktuellen Mahnung in ein kryptisches Online-Banking-Formular eintippen, und Heureka! alles flutscht. Sehr schön.
Ich habe mir daraufhin ein paar Wochen lang selbst die Schulter wundgeklopft, bis mich dann letzte Woche die Einwanderungsbehörde erwischte. Mit einem Einschreiben, das mindestens so kryptisch ist wie die Androhung einer Wohnungspfändung durch die Telefongesellschaft. Aber mit einem schöneren Einschreibeumschlag. Offensichtlich verlangt es der Fremdenpolizei nach einem Beleg, dass ich tatsächlich hier bin, und nicht nur hier herumlaufe und so tue, als ob ich hier wäre. Das ist meines Erachtens zwar komplett überflüssig, aber es reicht nun aus, wenn ich dort ein ebenfalls überflüssiges Schreiben abliefere, so hat dann alles seine Richtigkeit.
Wenn es jetzt nicht ausdrücklich verboten wäre, Ziegen zu treten, dann würde ich das ja glatt machen. So muss ich mir ein anderes Ventil für meine Verzweiflung suchen.
Ich könnte es ja einmal mit experimenteller Musik versuchen, wie die Personen weiter unten, dann würde ich allerdings definitiv Probleme mit meinem Wohnsitz hier bekommen.

Das sieht übrigens nur aus wie eine bekloppte Metalband, deren Geräuschpult-Dame und Teilzeitsängerin sich manchmal eine pink lackierte Posaune auf den Kopf setzt. In Wirklichkeit macht sie das dauernd. Das Ganze nennt sich dann Pražský výběr II. (Prager Zweite Auswahl), und ist hier in der Gegend seit langer Zeit bekannt für einen Sound, der zwischen Depeche Mode, Sepultura und Einstürzende Neubauten schwankt. Das Ganze klang sehr lustig, und ich hatte auch noch den ganzen Abend Freude daran, weil das Konzert nicht allzu weit von meiner Wohnung stattgefunden hat.

Ond älles ommasuuschd!

Dienstag, April 07, 2009

Als ich letztens in den Zug nach Ústí stieg, grinste mich der Werbeaufsteller des Bäckers am Bahnhof Südkreuz an. Da gab es, was mich sehr beeindruckte, "Urvater", und zwar 500 Gramm für 2,50 Euro (oder so). Theologisch ist das dann ja eine spannende Frage. Setzt man den "Urvater", wie die Experten meinen, mit Noah gleich, dann muss der ja nicht nur wieder aufgetaucht sein, sondern in einem beispiellosen Akt der Blasphemie, ja, der neoliberal-kapitalistischen religiösen Unbehaustseit in Scheibchen geschnitten und eingetütet worden sein. Damit dann hinterher Hans Arsch seine Salami zum Abenbrot draufpacken darf.
Andrerseits habe ich auch gelesen (hier), dass der Urvater aus evolutionsbiologischer Sicht so etwa 59000 Jahre alt sein müsste, und daher im Sinne eines Brotes ein wenig hart.
Die Tschechen wiederum gehen davon aus, dass ihr Urvater (mit dem bezeichnenden Namen Čech) damals auf den Berg Říp gestiefelt ist, die von dort wieder herunterlaufenden Tschechen besiedelten daraufhin das Land und machten sich daran, dieses leckere Bier zu brauen, und ließen ihren Urvater ganz.
Das Ganze sah dann so aus:
Links aus dem Bild raus wäre dann Ústí, das war aber damals noch gar nicht gegründet.
Eine alternative Version des Urvaters:Ich bin auf jeden Fall in den Edeka nebendran gegangen, da gab es dann ein Mehrkornbrot, auch ganz lecker.

Und, wenn wir eben beim Essen sind: Irgendwo auf dem folgenden Bild ist ein Pfannkuchen mit Eis und Früchten versteckt. Suchen! Der Gewinner bekommt eine Scheibe Čech mit lecker Dauerwurst!

Dienstag, Februar 24, 2009

Urlaub! Jawohl, und wenn es auch nur ein Wochenende ist. Immerhin! Bevor das neue Semester anfängt (okay, hat angefangen, ich bin spät dran), noch einmal entspannen, Sonne tanken und die Seele baumeln und den Wind um die Nase spielen lassen.
Mit anderen Worten, angesichts des derzeitigen Wechselkurses, ab nach London. da kann man zwar keine Sonne tanken und keine Seele irgendwo baumeln lassen, ohne dass sie einem geklaut wird oder irgendein Arsch drüberfährt (Linksverkehr), aber dafür eben voll Kultur, und auch weniger Sprachprobleme.
Freilich begrüßt einen die Stadt zuerst mit einem etwas spröden Charm, indem sie etwas verbietet:

Ich bin mir zwar nicht sicher, was genau hier "not save" ist, aber man ist gewarnt. Mir ist dann trotz Anglistikstudium nicht eingefallen, für was die Briten in der Regel ihre Brunnen verwenden. Zum Tee machen? Katzen ertränken? Zähne putzen? Autos waschen? All diese Beschäftigungen können freilich auf die eine oder andere Art gefährlich werden, also haben wir nichts derartiges gemacht. Waren eh keine Katzen da.
Und: Von den Hunden hat man auch kaum etwas gemerkt, denn:

Ha! Da muss man neidvoll zugestehen, dass die Londoner ein wenig weiter sind in Bezug auf Zivilisationstechniken als z. B. die Neuköllner. Sobald man mal die Hundekacke auf dem Gehweg als einen Verstoß brandmarkt (was, zugegebenermaßen, ein mutiger Schritt ist), machen das die Hunde gleich mal weniger. Gute Kinderstube. Und teuer im Zweifelsfall.

Wie es die Möven auf den Köpfen der britischen Nationalhelden damit halten ist mit nicht bekannt, man hat ja auch angenehmere Themen im Urlaub zuverhandeln. Wenn auch sicherlich wenig, die interessanter oder reichhaltiger wären. Wenn man sich z. B. oben das Wetter mal ansieht, ist das wohl genau die Art von Nieselregen, den man erwartet, und ohne den man einttäuscht wäre. Auch ein gutes Gesprächsthema, nur ein wenig eintönig. Dafür keine Hitzewelle wie in Australien (war ja auch mal britisch).
Und ein wenig schien die Sonne dann doch auch:

Wenn ich mich mit dm Foto umgedreht hätte, wäre der Buckingham Palace auf dem Bild. Aber schwer zu erkennen, weil im Gegenlicht. Also habe ich mich nicht umgedreht (das Ding sieht aus wie immer) und dafür die Alice auf dem Brunnenrand fotografiert, die sitzt ja nicht immer dort. So gesehen ist das Bild eine Rarität.
Ebenfalls eine Rarität, zumindest für mich deutschen Wenigreisenden, ist der Automat, der mehrfach auf dem Flughafen Gatwick herumsteht.
Nein, da gibt es kein Bier und keine Fertigpommes, sondern, viel viel wichtiger, Nahrung für Herz und Hirn, also Bücher. Eisgekühlt und gefriergetrocknet. Und in vielen leckeren Geschmacksrichtungen.
Manchmal ist man dann doch überrascht...

Mittwoch, Dezember 17, 2008

Ja, die Engel singen es jubelnd hoch droben herunter, die Spatzen pfeifen es von den Dächern und die Schornsteinfeger brüllen es beizeiten in den Kamin: Die beliebte fünfte Jahreszeit ist angebrochen und demnächst auch wieder zu Ende, Weihnachten steht vor der Tür und hat die Schlüssel im Büro liegen lassen. Aber das regelt sich auch noch.
Um die Stimmung ein wenig wiederzugeben, hier die überraschende Transformation des Dresdner Stadbrunnens von einem Dings, das mit offenem Hahn am ehesten eine Sammlung von Wasserkugeln ist, hin zu einem Dings, das mit gutem Willen und in der entsprechenden Stimmung als Sterne durchgehen kann:
Den üblichen Stress in den letzten Wochen habe ich heldenhaft überlebt, unter beachtlicher Aufwendung von Kraftausdrücken während der Arbeit. Die Geschenke habe ich auch soweit eingekauft, bereits kaputt gemacht oder schlicht vergessen, so dass ich mich an sich ein wenig zurücklehnen könnte, würde da nicht gern mein Schreibtischstuhl umfallen.
Aber mal ehrlich: Ist die Zeit vor Weihnachten nicht immer ein wenig stressig, also eher kontraproduktiv angesichts der eigentlich angesetzten Andacht? Wenn man sich dann noch überlegt, dass der Advent (der laut Bloch ja eigentlich immer ist) früher mal eine Fastenzeit war, dass also unsere Vorfahren komplett unterzuckert durch die Warenhäuser gerannt sind, dann erklären sich vielleicht einige Kriege der Geschichte.
Ein wenig mag ja das folgende Bild die Problematik verdeutlichen:
Nein, das heißt nicht, dass man zu Weihnachten zwischen zwei großen Lautsprechermagneten eingeklemmt ist, und sich bereits Bodenund Decke durchbiegen, sondern eher, dass man angesichts des wachsenden Drucks von beiden Seiten (in einer dreidimensionalen Darstellung wäre das alles ein wenig multilateraler zu denken) die Wahl hat, die Hoffnungen nach oben oder nach unten zu richten, also entweder nach unten hin zum schnöden Mammon, zur Konsumgeilheit, und so letzten Endes hin zu einer uneigentlichen Seinsweise, oder eben nach oben, hin zu einer transzendenten Erlösung, zur Besinnung, zur Einkehr usw.
Was das Bild dann über der Aufzugstür am Aussiger Bahnhof macht, hat sich mir noch nicht erschlossen.
Ebenso wenig wie die Frage nach der Göttinger Schnecke, und was die denn in Torun macht. So wie ich die Stadt einschätze hat das dann entweder etwas mit Lebkuchen oder mit Kopernikus zu tun, oder mit beidem. Mehr Informationen gäbe es hier, aber der Beuzug zu Weichtieren ist mir noch schleierhaft.

Aber vielleicht gibt sich das im neuen Jahr. Allen Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten, ebensolche Festtage und gegebenenfalls einen guten Einstand ins neue Jahr!
Um mit Cicero (bzw. dem Vordruck der Diplomarbeiten der Karlsuniversität Prag) zu sprechen: Quod bonum, faustum, felix fortunatuque sit (dass es gut, glücklich, glücklich und glücklich sei)!
Und natürlich die besten Geschenke... Immer!

Montag, November 24, 2008

So, mittlerweile einmal mehr umgezogen. Das heißt, nicht gänzlich körperlich umgezogen, sondern eher nur mit dem Bein und dem Koffer, den mal ja allseits noch in Berlin zu haben pflegt. Kein Wunder haute es mich am Wochenende auf die Fresse. Alles nur wegen dieses bescheuerten Wintereinbruchs, wenn ich den mal in die Finger bekomme, dann gibt es aber eins auf die Zwölf, und zwar mit Schmackes.
Aber erst einmal egal. Um einen Überblick über die nun massiv verbesserte Lebensqualität zu geben, hier ein Foto der alten Bleibe von Alice in Steglitz:Und, tataa, hier ein Foto der neuen Bleibe in Schöneberg:
Das sieht doch gleich viel netter aus, oder? Auf dem Bild leider nicht zu sehen ist die Spülmaschine, an die ich mich erst einmal gewöhnen muss. Und wenn man in die andere Richtung guckt, schaut man direkt auf die Uhr vom Rathaus, mit lautstarkem Mittagsgeläut. Aber mich als alten Kirchenanwohner kann das ja nicht schrecken, da habe ich ja nicht umsonst jahrelang im Internat konzentriert die Kirchgänge verschlafen, damit ich nun wegen irgendeiner Rathausbimmel aufwache.

Ach ja, und dieses Auto erinnerte mich dann letztens einmal mehr wehmütig daran, wo die Wurzeln zu liegen pflegen:
Falls Wurzeln denn liegen. An sich stecken die doch eher, oder? Oder "wesen" sie eher, im Heidegger'schen Sinn? Aber was zeitigen sie denn dann? Und zu wessen Handen, äh, Händen?

Mag ja auch wurscht sein, so gesehen.

Montag, Oktober 27, 2008

Ja, aber hoffentlich nicht nur Polen! Zum Beispiel ja auch ich, indem ich hier eiderdaus mal einfach was Neues auf den Blog setze, was ja sicher kein Schwein mehr erwartet hat.
Manchmal tut ein wenig Nonkonformismus sehr gut!
Zwar kann ich nicht wie Polen mittels eines dunkler pigmentierten Wasserskifahrers (überraschenderweise im Neoprenanzug plus Badehose, wohl ein wenig gschamig) darauf hinweisen, dass das wirklich überraschend ist, aber vielleicht klappt das ja auch so. Obwohl Polen da schon fetziger ist, muss man sagen. Wasserski geht bei mir halt gar nicht, Wanne zu klein. Pöh.

Auf jeden Fall verbrachte ich einen Sommer (falls es das war, keine Ahnung, nichts mitbekommen) in diversen Bibliotheken, auch wenn das universitäre Umfeld leider nicht sehr ermutigend ist:
Füher hingen in den Schaukästen an der FU immer irgendwelche Vorlesungsverzeichnisse, inkorrekte und veraltete Büro- und Sprechstundenlisten, Aufrufe wegen Weltevolution, Nazis klatschen und Tandempartner für Turkmenisch gesucht, aber die Zeiten tendieren eben zu Veränderungen, wie das schon der Bob gemeint hat. Jetzt sind da eben Kündigungen drin, damit man nicht vergebens versucht, einen Sprechstundentermin bei einem Dozenten zu bekommen, der betriebsbedingt gefeuert wurde. Was wiederum wenig überrascht, so gesehen.
Die Frage ist natürlich, wo das erste Prüfungsbüro geblieben ist, wenn ich mir das so recht anschaue.

Sehr überraschend hingegen die Option im selben Gebäude, brandtechnisch korrektes Verhalten im Brandfall an den Tag zu legen. Das ist nämlich gar nicht so einfach, weil man ständig in der Warteschleife hängen bleibt:

Aber man kann auch was auf den AB sprechen, denke ich mal.

Desweiteren begann hier in Usti das neue Semester, auch sehr schön, die Zeit wurde umgestellt, und man mummelt sich für den Winter ein (z. B. mein Plattenbau gegenüber, der wird lautsark mit Styropor verkleidet, hilft zur Isolation und macht die lustigen kleinen weißen Kügelchen, die überall kleben bleiben).
Ich bin nun übrigens auch auf der Unihomepage angekommen, falls wer wieder Konsonanten sammeln möchte, hier der Link.

Ansonsten verspreche ich natürlich emsig Besserung, was diesen Blog hier betrifft, habe nun auch die Akkus im Foto drinne aufgeladen und kann wieder ein wenig Bilderle machen.
Super!