Ja, die Engel singen es jubelnd hoch droben herunter, die Spatzen pfeifen es von den Dächern und die Schornsteinfeger brüllen es beizeiten in den Kamin: Die beliebte fünfte Jahreszeit ist angebrochen und demnächst auch wieder zu Ende, Weihnachten steht vor der Tür und hat die Schlüssel im Büro liegen lassen. Aber das regelt sich auch noch.
Um die Stimmung ein wenig wiederzugeben, hier die überraschende Transformation des Dresdner Stadbrunnens von einem Dings, das mit offenem Hahn am ehesten eine Sammlung von Wasserkugeln ist, hin zu einem Dings, das mit gutem Willen und in der entsprechenden Stimmung als Sterne durchgehen kann:

Den üblichen Stress in den letzten Wochen habe ich heldenhaft überlebt, unter beachtlicher Aufwendung von Kraftausdrücken während der Arbeit. Die Geschenke habe ich auch soweit eingekauft, bereits kaputt gemacht oder schlicht vergessen, so dass ich mich an sich ein wenig zurücklehnen könnte, würde da nicht gern mein Schreibtischstuhl umfallen.
Aber mal ehrlich: Ist die Zeit vor Weihnachten nicht immer ein wenig stressig, also eher kontraproduktiv angesichts der eigentlich angesetzten Andacht? Wenn man sich dann noch überlegt, dass der Advent (der laut Bloch ja eigentlich immer ist) früher mal eine Fastenzeit war, dass also unsere Vorfahren komplett unterzuckert durch die Warenhäuser gerannt sind, dann erklären sich vielleicht einige Kriege der Geschichte.
Ein wenig mag ja das folgende Bild die Problematik verdeutlichen:

Nein, das heißt nicht, dass man zu Weihnachten zwischen zwei großen Lautsprechermagneten eingeklemmt ist, und sich bereits Bodenund Decke durchbiegen, sondern eher, dass man angesichts des wachsenden Drucks von beiden Seiten (in einer dreidimensionalen Darstellung wäre das alles ein wenig multilateraler zu denken) die Wahl hat, die Hoffnungen nach oben oder nach unten zu richten, also entweder nach unten hin zum schnöden Mammon, zur Konsumgeilheit, und so letzten Endes hin zu einer uneigentlichen Seinsweise, oder eben nach oben, hin zu einer transzendenten Erlösung, zur Besinnung, zur Einkehr usw.
Was das Bild dann über der Aufzugstür am Aussiger Bahnhof macht, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Ebenso wenig wie die Frage nach der Göttinger Schnecke, und was die denn in Torun macht. So wie ich die Stadt einschätze hat das dann entweder etwas mit Lebkuchen oder mit Kopernikus zu tun, oder mit beidem. Mehr Informationen gäbe es
hier, aber der Beuzug zu Weichtieren ist mir noch schleierhaft.
Aber vielleicht gibt sich das im neuen Jahr. Allen Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten, ebensolche Festtage und gegebenenfalls einen guten Einstand ins neue Jahr!
Um mit Cicero (bzw. dem Vordruck der Diplomarbeiten der Karlsuniversität Prag) zu sprechen: Quod bonum, faustum, felix fortunatuque sit (dass es gut, glücklich, glücklich und glücklich sei)!

Und natürlich die besten Geschenke... Immer!